Mit festlicher Musik, persönlichen Segensworten und viel spürbarer Aufbruchsstimmung wurde Dr. Sarah-Magdalena Kingreen am 3. Mai in der Nauener St.-Jacobi-Kirche als Superintendentin des Evangelischen Kirchenkreises Havelland eingeführt. Zugleich war es ein besonderer Tag für den noch jungen Kirchenkreis selbst: Erst seit Anfang des Jahres bilden die ehemaligen Kirchenkreise Falkensee und Nauen-Rathenow gemeinsam den neuen Kirchenkreis Havelland. Mit Sarah-Magdalena Kingreen steht nun erstmals eine Frau an seiner Spitze – und erstmals wird der fusionierte Kirchenkreis von einer Superintendentin allein geleitet.
Generalsuperintendent Kristóf Bálint erinnerte in seiner Ansprache an die besondere Verbindung der neuen Superintendentin zum Havelland. Schon als Kind habe sie durch Fontanes „Herrn von Ribbeck“ ein Bild dieser Landschaft im Herzen getragen – „wie ein Sehnsuchtsort“, sagte Bálint. Nun sei daraus ein Ort geworden, an dem sie ankommen könne. Das Superintendentinnenamt beschrieb er als Aufgabe des gemeinsamen Gestaltens: Kirche solle ein Ort sein, „wo gut bleiben ist“, offen für Menschen, die wachsen, glauben und mitwirken wollen.
Der Gottesdienst selbst stand ganz im Zeichen von Musik, Gemeinschaft und der Freude am Glauben. In ihrer Predigt griff Sarah-Magdalena Kingreen den Wochenspruch „Singet dem Herrn ein neues Lied“ auf. Immer wieder erklang das „Halleluja“ – mal feierlich, mal fast beschwingt. Besonders bewegend sprach sie über die vielen Kirchengebäude im Havelland. „Kirchtürme rhythmisieren unser Land“, sagte sie. Kirchen seien Wegmarken, Orte der Erinnerung und der Hoffnung, Räume für Stille, Trauer und Freude. Zugleich verschwieg sie nicht die Herausforderungen: Neben der Wiedereröffnung der sanierten Rathenower St.-Marien-Andreas-Kirche stehe auch der Abschied von anderen Gebäuden. Entscheidend sei deshalb die gemeinsame Frage, wie Kirche künftig genutzt und gestaltet werden könne.
Immer wieder machte die neue Superintendentin Mut, die Vielfalt im Kirchenkreis als Stärke zu begreifen. Unterschiedliche Frömmigkeiten, Gottesdienstformen und musikalische Traditionen müssten kein Gegensatz sein. „Nicht alle müssen denselben Ton treffen“, sagte sie. „Aber wenn das gemeinsame Lob Gottes trägt, dann können Verschiedene miteinander klingen.“
Zum Schluss richtete sie den Blick bereits nach vorn: Für Pfingsten 2027 lädt sie zum „Havelländischen Kirchentag“ ein – als gemeinsames Fest des dann 500 Tage alten Kirchenkreises. Die Einladung dazu klang wie ein Programm für die kommenden Jahre: „Lasst uns gemeinsam singen und musizieren. Vielstimmig, bunt, laut und leise, aber harmonisch.“
Begleitet wurde die Einführung von Segnungen durch Weggefährtinnen, u.a. aus der Nordkirche und der Landeskirche Hannovers, sowie durch ihren Ehemann, Pfarrer Jan Kingreen. Und noch ein Detail verlieh dem Gottesdienst eine persönliche Note: Die neue Superintendentin feierte an diesem Tag zugleich ihren 38. Geburtstag.