„Eine Reise durch das Kirchenjahr “ steht über dem Programm, mit dem der Mädelchor Saalfeld am Montag, dem 12. Oktober um 18 Uhr in der Dorfkirche Bredow geistliche Chormusik von der Renaissance bis zur Gegenwart präsentiert. Unter der Leitung von Kantor Andreas Marquardt singen die Mädchen Werke des zeitgenössischen Komponisten John Rutter, aber auch Kompositionen von Palestrina, Croce, Mendelssohn Bartholdy und Jean Langlais. Auch zwei Instrumentalstücke gehören zum Programm, die von Mio Kuriyama (Tokyo/Leipzig) am Klavier gespielt werden.
Der Mädelchor Saalfeld wurde 1950 an der Saalfelder Johanneskirche neben den Thüringer Sängerknaben und dem Oratorienchor Saalfeld gegründet. Die 40 Mädchen im Alter von 8 bis 18 Jahren aus Saalfeld und Umgebung treffen sich mehrmals wöchentlich zum Proben und sind sehr regelmäßig in den Gottesdiensten der Saalfelder Johanneskirche zu hören. Zwar liegt der Schwerpunkt der von den Mädels erarbeiteten Literatur auf der musica sacra, doch im Repertoire finden sich auch Stücke weltlichen Inhalts und Volkslieder.
Auch Chorreisen unternehmen die Mädchen und wirken ebenso an einer Vielzahl musikalischer Projekte mit. So gestaltet der Mädelchor jedes Jahr mehrere Programme der Reihe der „Saalfelder Abendmotetten“, teils in verschiedenen Besetzungen. Ebenso wirkt er an chorsinfonischen Aufführungen mit den Thüringer Sängerknaben oder dem Oratorienchor Saalfeld mit, z. B. beim großen Oratorium „Luther in Worms“ von Ludwig Meinardus, beim „Psalmus Hungaricus“ von Zoltan Kodaly, dem „Weihnachtsoratorium“, der „Johannes-Passion“ und der „Matthäus-Passion“ von Johann Sebastian Bach. In Zusammenarbeit mit dem Theater Rudolstadt sind die Mädchen des Chores auch immer wieder bei Opernproduktionen zu erleben. Die insgesamt 160 Sängerinnen und Sänger der Chöre an der Johanneskirche Saalfeld führten bereits mehrfach mit großem Erfolg Carl Orffs „Carmina Burana“ auf. Besonders eindrucksvoll war auch das „Te Deum“ von Rihards Dubra für 6 Chöre und Instrumente, das im Festgottesdienst zum 75jährigen Bestehen der Chöre an der Johanneskirche am Sonntag Exaudi 2025 erklang und an dem neben den drei „hauseigenen“ Chören auch mehrere Ehemaligen-Ensembles mitwirkten.
Andreas Marquardt ist Spross einer Kantorenfamilie. Selbst ehemaliger Thüringer Sängerknabe, hat er seit 2012 das Amt des Kantors und Chorleiters an der Johanneskirche Saalfeld inne.
Nach seinem Abitur in Saalfeld studierte er mit Hauptfach Orgel an der Hochschule für Musik Nürnberg-Augsburg. Nach Diplom und Meisterklassendiplom legte er 2010 das Examen Kirchenmusik A in Leipzig ab. Neben seinem anspruchsvollen Saalfelder Amt ist er ein gefragter Konzertorganist im In- und Ausland.
Mio Kuriyama begann im Alter von 15 Jahren mit dem Orgelspiel bei Kazuo Kohno. An der Tokyo University of the Arts studierte sie bei Megumi Tokuoka und schloss 2021 ihr Bachelorstudium ab. Im Masterstudiengang wurde sie von Prof. Rie Hiroe unterrichtet. Während ihres Studiums in Tokyo erhielt sie mehrere namhafte Preise und wurde auch für das Absolventenkonzert der Japanischen Organisten-Gesellschaft nominiert. Als Solistin spielte sie 2023 die „Symphonie pour orgue et orchestre“, opus. 42 von Ch.-M. Widor mit dem Geidai Philharmonia Orchestra Tokyo. Mio Kuriyama wurde mit dem Zweiten Preis beim 1. Internationalen Orava-Orgelwettbewerb 2023 in der Slowakei sowie mit dem Publikumspreis beim 14. Internationalen Orgelwettbewerb in Toulouse 2024 (Frankreich) ausgezeichnet. Seit Oktober 2023 studiert sie an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig bei Prof. Martin Schmeding und Nicolas Berndt.